Die Gemeinde Oberthal besteht seit der Gebietsreform 1974 aus den Ortsteilen Oberthal, Gronig, Güdesweiler und Steinberg-Deckenhardt. Die Gemeinde Oberthal (300 – 500 über NN) hat etwa 6800 Einwohner.
Der Ortsteil Oberthal besteht wiederum aus den früher eigenständigen Ortschaften Imweiler, Linden und Osenbach, die zu einer Dorf- und Banngemeinschaft verbunden wurden. Entsprechende Straßennamen erinnern an diese alten Ortsteile, von denen Imweiler der älteste sein dürfte. Es wird im 3. Jahrhundert n. Chr. eine Siedlung in dem Imweiler Raum angenommen.
Osenbach (von „Ochse“) wird 1263 erstmalig in einer Urkunde erwähnt, während der ritterliche Herrensitz Linden bereits 1243 in einer Urkunde genannt ist. Im Mittelalter existierte hier ein Rittergeschlecht, dessen Stammsitz die Burg Linden war.
1798 tauchte erstmals der Ortsname Oberthal auf, der von dem Oberlauf der Blies abgeleitet sein dürfte.
Der Ort Oberthal, vom Momberg, dem Losen-, Leiß- und Scheuerberg umgeben, liegt in der waldreichen Landschaft des nördlichen Saarlandes etwa zehn Kilometer vom Bostalstausee entfernt. Das Schullandheim ist von weither sichtbar, etwa ein Kilometer außerhalb des Ortszentrums am Scheuerberg in der Nähe der Quellen von Blies und Nahe in die Landschaft eingefügt. Von hier aus blickt man auf die Ausläufer des Hunsrücks, den Oberlauf der Blies, die Hügelketten des St. Wendeler und Tholeyer Landes mit dem Schaumberg (569 m).

So berichten viele Überlieferungen von der „Teufelskanzel“, einem Naturdenkmal im Niedermoor des Naturschutzgebietes, wo der Beelzebub sein Unwesen getrieben haben soll. Ein Zufall, dass die Moorlandschaft Lebensraum einer Vielzahl von „teuflischen“ Gewächsen ist?
Da wäre z.B. das Blutauge mit seiner tief dunkelroten Blüte, dessen Farbe tatsächlich verblüffend an ein blutunterlaufenes Auge erinnert. Oder die Teufelskralle, deren eigenartig gebogenen Blütenknospen ihr den Namen gaben. Und nicht zu vergessen der Teufelsabbiss, der bei unseren Vorfahren in der Volksmedizin als Heilpflanze eine große Rolle gespielt hat. Verdorrt die Pflanze im Herbst, wirkt der Wurzelstock wie abgebissen. Man sagt, ein Werk des Teufels, denn der hasst die Heilpflanze.
Die feuchte Moorlandschaft ist auf natürliche Weise entstanden: In der Senke haben sich feine Ablagerungen, die von den seitlichen Erhebungen stammen, gesammelt. Eine Lehmdecke wuchs an, welche die Talwanne abdichtet. Damit kann das Grundwasser nicht absickern, es staut sich teilweise an der Erdoberfläche. Ein neuer Lebensraum hat sich gebildet. Hier fühlen sich zahlreiche Gräser-, Seggen- und Binsenarten wohl. Auch die dottergelb blühende Arnika ist im Oberthaler Bruch zu finden.
Fast jeder kennt die Bilder-Geschichten der Gallier Asterix, Obelix und der Römer. Römer und Gallier, bei uns Kelten genannt, lebten auch im Saarland. Nur können wir uns von ihnen viel schwerer ein Bild machen. Dabei haben sie Spuren hinterlassen, die noch heute zu sehen und zu deuten sind. Das größte keltische Bauwerk im Kreis St. Wendel, das vor mehr als 2000 Jahren gebaut wurde, ist der Hunnenring in Otzenhausen.
Eine der größten römischen Siedlungen im Land, eine kleine Provinzstadt, liegt verborgen im Boden des Wareswaldes bei Tholey.
Die Geschichte des Hunnenringes und des Wareswaldes werden nun erforscht und auch für Wissensbegierige erschlossen. Hunnenring und Wareswald sind die Highlights unter den Bodendenkmälern im nordöstlichen Saarland. Gemeinsames Ziel dieser beiden Projekte ist die Erforschung der Menschheitsgeschichte der heimischen Region kurz vor und nach der Zeitenwende. Die Kelten als Bewohner dieser Region zur Eisenzeit stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen am Ringwall von Otzenhausen. Wie lebte man zu jener Zeit der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends vor Christus, die in dieser Region eine Blütezeit mit bislang ungekanntem Reichtum darstellt. „Fürstengräber“ mit Goldbeigaben und mächtige Befestigungsanlagen wie der Hunnenring von Otzenhausen spiegeln diese Entwicklung wider.
Trotz der römischen Eroberung um die Mitte des ersten Jahrhunderts vor Christus, mit der die Blütezeit abrupt endete, lebten die Kelten weiterhin an diesem Ort und passten sich im Laufe der Zeit den neuen Machthabern und deren Kultur an. So wurden aus den Kelten die Gallo-Römer, deren Lebensweise sich anhand der bedeutenden römischen Provinzstadt im Wareswald gut dokumentieren lässt.
Im Sommer 2001 hat man begonnen, im Wareswald zwischen Tholey und Oberthal nach den Spuren unserer Vorfahren zu forschen und zu graben. Die ersten Funde sind vielversprechend und zeugen von einem gehobenen Lebensstandard der damaligen Bevölkerung. Eine Fußbodenheizung konnte bereits nachgewiesen werden, ebenso fanden sich zahlreiche Reste von Bäderanlagen und aufwändige Wandmalereien. Münzen, zumeist Sesterzen aus dem 2. und 3. Jahrhundert belegen Handelsbeziehungen bis nach Kleinasien.
Durch diese beiden Projekte werden 1000 Jahre zusammenhängender Geschichte dieser Region erlebbar gemacht.
Während der Grabungssaison (April - Oktober) sind Besichtigungen der Ausgrabungen im Wareswald montags-freitags von 8.00 - 15.00 Uhr möglich. Führungen für Gruppen und Schulklassen nach Vereinbarung. Teilnahme an Grabungsseminaren auf Anfrage möglich. Informationen bei der Gemeinde Tholey, Telefon: 06853 / 50845.
Eine besonders für Kinder sehr attraktive spielpädagogische Erlebnisführung bietet Frau Zarth auf dem Ringwall von Otzenhausen an: Die Mediomatriker und die Eburonen besuchen die Treverer in Otzenhausen, besichtigen die neu gebaute Befestigungsanlage und messen sich in Wettkämpfen.
Nach einem kurzen Überblick über die Kelten im Allgemeinen und den Ring in Otzenhausen wird eine Zeitreise 2070 Jahre zurück gemacht: Alle Anwesenden werden einem Keltenstamm zugeordnet, Berufe werden ausgesucht und ein König wird gewählt. In der anschließenden Ralley werden der Ringwall besichtigt und Lobeshymnen und furchterregendes Kriegsgeheul überlegt, bevor es zu den Wettkämpfen Mann gegen Mann kommt.
Genauere Informationen erhalten Sie bei Eva-Maria Zarth, Bergstraße 35, 66620 Nonnweiler-Primstal, Telefon und Fax: 06875 / 643.
Gegründet wurde das Zentrum 1985 auf Initiative des saarländischen Landtagsabgeordneten Armin Lang. Gründungsmitglieder waren u.a. Hans Bender (Sohn des Namensgebers), der Historiker Dr. Michael Mallmann, Helmar Schulz und Elmar Peiffer. Namensgeber war der St. Wendeler Maler Adolf Bender (1903-1997). Bender war Demokrat, Antifaschist und Pazifist, was ihm in der Nazi-Zeit Verfolgung und zeitweise Internierungen in den Konzentrationslagern Börgermoor und Esterwegen einbrachte. Das Zentrum hat seinen Sitz in dem ehemaligen Forsthaus der Stadt St. Wendel, dessen Räumlichkeiten dem bildungspädagogischen Auftrag entsprechend umgebaut wurden.
Historische Forschungen sowie die Vermittlung von demokratischer Bildung und politischer Kultur sind die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums. Im Adolf-Bender-Zentrum in St. Wendel und zwischenzeitlich auch an vielen anderen Orten der Region werden Ausstellungen, Vorträge, Lesungen, Gespräche und vieles mehr organisiert. Dies soll der Förderung der Demokratie, interkultureller Toleranz, der Zivilcourage und der Achtung der Menschenwürde dienen. Das Adolf-Bender-Zentrum ist eine offene Begegnungsstätte für Menschen jeden Alters. Regelmäßige Treffen verschiedener Institutionen ergänzen das stets aktuelle Programmangebot.
Ein umfangreiches Großprojekt des ABZ, das inhaltlich breit und nachhaltig angelegt wurde, ist das "Toleranz-Netzwerk-Saar". In seinem Rahmen werden unter Einbeziehung unterschiedlichster Partner zahlreiche Einzelprojekte und Aktivitäten angeboten. Das Netzwerk richtet sich in erster Linie an junge Menschen; es bietet ihnen die Möglichkeit, im Rahmen der Projektarbeit eigene direkte Erfahrungen zu sammeln und sie damit auch für historische und aktuelle Gegebenheiten zu sensibilisieren.
In zwei Stockwerken stellt das Missions- und völkerkundliche Museum im Missionshaus in St. Wendel Kulturobjekte anderer Kontinente vor: Von China über Neu Guinea, Südamerika bis Zaire. Die Ausstellungsstücke stammen aus der Arbeit der Steyler-Mission, gegründet 1837 von Arnold Janssen im holländischen Steyl. Im Laufe der Jahre ließen sich die Missionare in den ärmsten Ländern der Welt nieder, leisteten Aufbau- und Entwicklungsarbeit. Von den Einwohnern erhielten sie dafür Geschenke, von denen einige ihren Weg nach St. Wendel gefunden haben. Ein Großteil des ersten Stockwerkes widmet sich der Kultur Papua-Neuguineas.

Bis in die 50er Jahre lebten die Menschen dort in einer Art Steinzeit: Die Stein- und Knochenwerkzeuge, Schmuck aus Zähnen und Muscheln, Masken und Signaltrommeln wurden alle ohne Messer angefertigt. Erst mit der Industrialisierung, mit den Amerikanern und Europäern kamen die ersten Messer, kam die Neuzeit nach Neuguinea. Zum Vergleich sind Ahnenfiguren ausgestellt, die aus späteren Jahren stammen. Musikinstrumente, Kleider, Besteck, Krüge, Waffen als Kulturzeugnisse können bewundert werden. Auch Kunst wie Reisstrohbilder aus Indonesien oder von Bergstämmen der Philippinen.
Das Missions- und Völkerkundliche Museum St. Wendel im Missionshaus zeigt Zeugnisse aus über hundert Jahren Missionsarbeit auf allen Kontinenten.
Das Gebäude befindet sich auf dem Missionshausberg neben der Missionshauskirche. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9-12 Uhr und von 14-18 Uhr, Samstag von 9-12 Uhr, Sonntag von 14-18 Uhr. Besuche von Gruppen können auch außerhalb der Öffnungszeiten mit Bruder Reinhard vereinbart werden unter der Telefonnummer 06851 / 805-325.
Neufestlegung der Benutzungsentgelte für das Schullandheim Oberthal ab 01. Januar 2012
Rückblick auf die Abschlussveranstaltung zum „Jahr der Schullandheime“ im Schullandheim Oberthal am 25. November 2011